Seid ihr gespannt auf das 15th Korean Film Festival Frankfurt? Vom 20. – 25. Oktober 2026 heißt euch Project K e. V. wieder in den Frankfurter Kinos willkommen. Sechs Tage lang erwartet euch eine spannende Reise durch die Welt des koreanischen Films, begleitet von einem vielfältigen Kulturprogramm, das euch die koreanische Kultur auch abseits der Leinwand näherbringt.
Unser thematischer Fokus zum 15. Jubiläum des KFFF: 정 (Jeong)
Wenn ihr hundert Menschen nach der Bedeutung von 정 (Jeong) fragt, werdet ihr vermutlich hundert unterschiedliche Antworten erhalten. Das koreanische Wort Jeong beschreibt eine tiefe und emotionale Verbundenheit – ein Gefühl, abstrakt und oft unauffällig, ein Begriff für etwas, das man nicht bewusst wahrnimmt, obwohl es stets präsent ist.
Das Konzept von Jeong ist fest in der koreanischen Kultur und Gesellschaft verankert und steht für ein kollektives Verständnis sozialer Verantwortung. Vielleicht ist euch schon einmal aufgefallen, dass Koreaner*innen einander mit der Frage „Hast du schon gegessen?“ begrüßen. Diese Floskel bringt mit wenigen Worten die Sorge um das Wohlbefinden des Gegenübers zum Ausdruck. Es ist eine kleine Geste der Empathie, die unausgesprochen signalisiert: Ich lasse dich nicht hungrig gehen. Jeong ist der Klebstoff, der Beziehungen zusammenhält – nicht etwas, das man findet, sondern etwas, das man lebt und das sich über Zeit entwickelt. Mit Jeong lässt sich eine gewisse Art von Wärme, Selbstlosigkeit sowie Fürsorglichkeit beschreiben, die sich nicht nur durch große Gesten, sondern auch durch kleine Aufmerksamkeiten und Zuneigung ausdrückt.
Warum haben wir für die 15. Ausgabe unseres Festivals einen Begriff gewählt, der weder leicht zu übersetzen noch eindeutig zu definieren ist? Der mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet, und von jeder Person anders erlebt und gelebt wird?
Mit diesem Thema möchten wir euch in unserer Jubiläumsausgabe zum Austausch einladen – mit uns, mit anderen Besucher*innen und natürlich mit unseren Festivalfilmen. Schließlich schaffen es Filme auf eine besondere Art, uns in nur zwei Stunden Geschichten über Menschen zu erzählen, die wir zuvor nicht kannten und deren Schicksal uns plötzlich am Herzen liegt. Filme funktionieren nur über emotionale Verbundenheit. Und unsere südkoreanischen Festivalbeiträge haben alle dieses gewisse Etwas – sie haben Jeong. Sie lassen uns spüren, was wir nicht beschreiben oder definieren können.
Unser Festival existiert bereits seit 2012. Das ist eine lange Zeit, in der Verbindungen entstanden sind. Eine Zeit, die aber auch Veränderungen mit sich gebracht hat. Filmtrends kommen und gehen, Spielorte verändern sich und trotzdem sind wir als Festival bestehen geblieben und gewachsen. In dieser langen Zeit ist sowohl zwischen unseren Mitgliedern als auch mit unseren Besucher*innen eine Verbundenheit entstanden, die zu einem wichtigen Fundament unseres Filmfestivals geworden ist. Darüber hinaus hat sich auch eine enge Bindung zu der koreanischen Filmwelt entwickelt, die unser Programm und unsere Leidenschaft nachhaltig prägt.
Für ein paar Tage könnt ihr euch erneut mit unserem Festival vertraut machen: Filme schauen, am Kulturprogramm teilnehmen und Menschen treffen. Und auch wenn der Abspann läuft und nach dem Festival die Poster wieder abgehängt sind, bleibt dieses Gefühl von Verbundenheit bestehen – und vielleicht führt es euch auch im nächsten Jahr wieder zu uns.
(Text von Stephan Fasold und Berna Batuman)
If you were to ask a hundred people about 정 (Jeong), you would likely receive a hundred different answers. The Korean word Jeong describes an interpersonal bond—a feeling that is abstract and often subtle, a term for something we do not consciously perceive even though it is always present.
You may have noticed that Koreans often greet one another with the question, “Have you eaten yet?” This phrase, simple as it is, expresses concern for the other person’s physical well-being. It is a small gesture of empathy that silently conveys: I won’t let you go hungry.
Jeong stands for a collective understanding of social responsibility in South Korea. It also explains why the unlikely couple in your favorite K-drama ends up together after all. Jeong is the glue that holds relationships together—not something you find, but something you live.
Why did we choose, for the 15th edition of our festival, a concept that is neither easy to translate nor clearly defined?
A term that raises more questions than it answers, and that is experienced differently by each individual? With this theme, we would like to invite you into dialogue—with us, with other visitors, and of course with our festival films. After all, films have the power to tell us stories about people we did not know just two hours earlier, who were strangers to us, and whose fate suddenly matters deeply. We sense the chemistry between the characters, which in turn emerges from the interplay between the actors.
The two women in the action film Project Y, the lovers in Seven O’Clock Breakfast Club for the Broken Hearted, or the silence between words in a film by Hong Sang-soo: films only work through human connection. And all of our South Korean festival entries share that certain something—they have Jeong.
Our festival has existed since 2012 and takes place this year in its 15th edition. That is a long period in which connections have formed and routines have developed, but also one marked by change. Film trends come and go, venues shift, and yet we have endured as a festival — and continued to grow.
For a few days, you can once again immerse yourselves in our festival: watch films, take part in the cultural program, and meet people. And even when the credits roll and the posters are taken down after the festival, this sense of connection remains—and perhaps it will lead you back to us again next year.
Jeong is a Korean term, but its meaning for people extends beyond national borders. This is precisely where our self-understanding as a Korean film festival lies. With our film and cultural program, we aim to build bridges between cultures—and warmly invite you all to be part of that.
(Text by Stephan Fasold and Berna Batuman)
