Interview – Samjin Company English Class / 삼진그룹 영어토익반

Synopsis

Samjin Company English Class handelt von drei weiblichen Angestellten, LEE Ja-young (GO Ah-sung), JUNG Yoo-na (ESOM) und SHIM Bo-ram (PARK Hye-su), die sich in der Samjin Company in den 90er-Jahren beweisen müssen. Um befördert werden zu können, müssen sie beim TOEIC Englischtest überdurchschnittlich gut abschneiden. Dafür nehmen sie am Englischunterricht des Unternehmens teil. Eines Tages bemerken sie jedoch, dass das Unternehmen, in dem sie arbeiten, in illegale Machenschaften verwickelt ist und fangen an, selbstständig zu ermitteln. Werden sie erfolgreich dabei sein?

Credits

Südkorea 2020, 110 Min., OmeU, (Korea) FSK: 12+
Genre: Comedy, Drama
Regie: LEE Jong-pil
Drehbuch: LEE Jong-pil
Darsteller*innen: GO Ah-sung; ESOM; PARK Hye-su

Trailer

Trailer – Samjin Company English Class / 삼진그룹 영어토익반

Interview

Interview mit LEE Jong-pil

Der Film bringt die Zuschauer*innen zurück in die 1990er-Jahre, aber sie beschäftigt sich auch mit ernsteren Themen wie Gleichstellung der Geschlechter sowie Women Empowerment. Warum haben Sie sich dazu entschieden, dieses Thema anzusprechen? Und inwieweit ist dies fortwährendes Thema?
Die Idee für den Film stammt von der Produzentin und der Szenaristin. Beide sind Frauen, die das Arbeitsleben in den 90er-Jahren aus erster Hand miterlebt haben. Ich weiß von beiden, dass sie von den Erfahrungen anderer junger Frauen, denen sie begegnet sind, Inspiration für die Szenarien im Film genommen haben. Der Film soll nicht nur solche wichtigen Themen beleuchten, sondern auch eine Form der Anerkennung der harten Arbeit und schweren Situation dieser jungen Frauen sein. Ich denke, dass in der heutigen Gesellschaft aktiv über das Thema „Gender“ diskutiert wird. Während damals solche Themen verschwiegen wurden, ist die heutige koreanische Gesellschaft aktiv im Austausch.

Könnten Sie bitte die Entwicklung sowie den Prozess des Filmemachens beschreiben?
Gäbe es einen Slogan für unsere Arbeit mit dem Film, würde er wohl sowas sein wie „Sozio-politische Themen mit Kritik, aber auch mit Charme angehen“. Uns war es wichtig, dass wir die sozio-politische Problematik der Arbeitswelt der 90er im Film aufgreifen und interessant gestaltet, sodass sich viele den Film ansehen und dann auch aktiv ein Diskurs über die Themen entsteht. Außerdem wollte ich wenigstens im Film einmal ein „Happy End“ für die „Schwachen“ erschaffen, auch wenn es sich hier nur um einen fiktiven Sieg handelt. Die Themen sollten in einer amüsanten und mitreißenden Geschichte erzählt werden, die Spaß macht zu drehen – und das hat es auch.

Was war das Beste, während Sie den Film Samjin Company English Class gedreht hatten? Können Sie einige unvergessliche Momente mit uns teilen?
Am Ende des Films gibt es eine Szene, in der die Hauptfigur Ja-yeong (GOH Ah-sung) nach den Geschehnissen im Film wieder auf dem Weg zur Arbeit ist. In dieser Szene stand im Drehbuch, dass sie in die Kamera lachen soll. Aber wir dachten uns; wäre es wirklich okay, bei einem so wichtigen Thema zu lachen? Auch wenn der Film unterhaltsam gestaltet wurde, wäre ein solches Lachen wirklich angebracht? Aus dieser Sorge heraus gab ich der Schauspielerin GOH Ah-sung diese Anweisung nicht. Aber als wir die Szene drehten, kam mir auf einmal der Gedanke, dass ein Lachen diese Szene doch bereichern würde und wie durch Telepathie hat GOH Ah-sung in die Kamera geschaut und gelacht. Dieser Moment hat mich so fasziniert, dass ich ihn kaum vergessen kann.

Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Qualität als Filmschaffender?
Ich finde, dass es darauf ankommt, welche Art von Film man als Filmschaffender macht. In meinem Fall, mit dem Film Samjin Company English Class, denke ich, dass Teamwork und Gemeinschaft die wichtigsten Eigenschaften waren.

Was ist das größte Hindernis, das eine Frau sowohl im Film als auch allgemein in der Gesellschaft gegenüber treten muss? Und sehen Sie einen Weg, die zu adressieren?
Ich denke, dass vor allem das häufige „Nicht-gesehen-werden“ als Frau in der heutigen Gesellschaft noch immer ein großes Problem ist. Wenn man einfach nur aufgrund seines Geschlechtes ignoriert wird und sich daran auch nichts ändert, dann folgen häufig „Resignation und Aufgeben“. Um diese Probleme lösen zu können, scheint mir vor allem „Solidarität“ innerhalb des Systems ein wichtiger Schritt zu sein, um dadurch zu zeigen, dass gemeinsam an diesen Problemen gearbeitet wird.